Weltoffen, sozial und bildungsorientiert - als modernes Unternehmen folgen wir unseren Werten und übernehmen soziale Verantwortung für den längst fälligen Wandel in der Gesellschaft. Themen, die uns besonders am Herzen liegen, sind Toleranz, Bildung und Chancengleichheit. Über beispielhafte Projekte berichten wir in unserem Blog. 

"Teilen für eine bessere Welt"

Täglich zwei Stunden Fußmarsch für verseuchtes Wasser aus dem Fluss - das ist für bis zu 2,2 Milliarden Menschen weltweit Realität. Das Social-Start Up share spendet deshalb mit jedem Kauf einer Wasserflasche 20 Liter Trinkwasser für Menschen in Not. Schulz hat mit Co-Geschäftsgründer Ben Unterkofler über das 1 + 1 Prinzip und den Kampf gegen Plastikmüll gesprochen. 

Das 1 +1 Prinzip

Schulz: Was passiert, wenn ich mir eine Flasche share Wasser kaufe?

Ben Unterkofler: Die Idee ist, dass KonsumentInnen für jedes Produkt, das sie sich von share kaufen, ein äquivalentes Produkt oder Leistung mit einem anderen Menschen teilen. Man kann sich also beispielsweise selbst etwas Gutes mit einem gesunden und leckeren Snack tun und gleichzeitig eine Mahlzeit spenden – oder man kauft ein tolles Pflegeprodukt und spendet eine Seife – oder eben einen Tag Trinkwasser für jede Flasche Mineralwasser. Wir nennen das das 1+1 Prinzip.

 

Wie kommt also das gespendete Trinkwasser zu den Menschen in Not?

Wir schicken natürlich keine share-Flaschen in Länder, wo Trinkwasserversorgung ein Thema ist. Stattdessen finanzieren wir den Bau und die Reparatur von Brunnen, um Menschen gemeinsam mit unseren Partnern Aktion gegen Hunger und FundiFix dauerhaft Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Pro Flasche Wasser werden umgerechnet mindestens 20 Liter aus einem Brunnen ermöglicht.

Warum ist es so wichtig, Menschen beim Zugang zu sauberem Trinkwasser zu unterstützen? 

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser gehört zu den Grundbedürfnissen eines menschenwürdigen Lebens. Durch verunreinigtes Trinkwasser verbreiten sich Krankheiten, unter denen zum Großteil auch Kinder leiden. Sauberes Trinkwasser ist daher unheimlich wichtig, um diese Krankheiten zu bekämpfen. Zusätzlich verbessern sich durch sauberes Wasser die hygienischen Zustände, was die Lebensqualität der Menschen erheblich steigert. 

 

Wie verändert sich das Leben der Menschen durch Zugang zu sauberem Trinkwasser?

Wir hören bei Projektbesuchen oft, dass der Unterschied im täglichen Leben tatsächlich erheblich ist… wir können uns das kaum vorstellen, aber ohne die Brunnen müssen Menschen täglich oft über zwei Stunden laufen, um an Trinkwasser zu gelangen – welches dann oft aus Flüssen stammt und verseucht ist. Durch einen Brunnen im näheren Umkreis verbessern sich die Lebensbedingungen entsprechend rapide.

  Brunnenbau in Asien und Afrika (Symbolbild)

Welche Erfolge konntet ihr bereits erzielen?

Seit unserem Start im März 2018 konnten wir bereits 60 Brunnenprojekte fertigstellen und damit über für über 20.000 Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser ebnen. Daneben haben wir über 5,2 Millionen Mahlzeiten gespendet und mehr als 2,3 Millionen Seifen verteilt – häufig in Kombination mit Hygienetrainings. Das sind wunderschöne Zahlen und wir sind froh, dass wir in so kurzer Zeit bereits so vielen Menschen helfen konnten.

Lohnt sich das auch für euch? 

Aus unternehmerischer Sicht ist daneben die Erweiterung unseres Produktportfolios, das wir bis heute mehr als verdoppelt haben, ein riesiger Erfolg. Zudem haben wir im vergangenen Jahr viele neue Absatzwege gefunden. Unsere Produkte werden jetzt beispielsweise bei Eurowings, REWE To Go und mittlerweile auch bei BILLA und Merkur in Österreich angeboten. Je größer wir am Markt aufgestellt sind, desto mehr können wir für Menschen in Not erreichen und sind damit in der Lage, noch mehr Gutes zu tun.

 

Trinkwasser Facts

Eure Vision ist es ein soziales Unternehmen zu bauen, das gesellschaftliche Verantwortung und Wirtschaftlichkeit vereint. Was bedeutet das?

Wir denken, dass das 1+1-Prinzip die reinste Form des sozialen Unternehmertums ist. Wir verpflichten uns, einen sozialen Nutzen für jedes verkaufte Produkt zu leisten – selbst dann, wenn Verluste erwirtschaftet würden. Wir hatten einen sehr erfolgreichen Start, in sozialer und ökonomischer Hinsicht. So zeigen wir mit share, dass sich Wirtschaftlichkeit und sozialer Nutzen nicht ausschließen, sondern im Gegenteil zumindest mittelfristig begünstigen können. 

"Wir möchten eine neue soziale Alternative am Konsumgütermarkt sein, mit der man durch täglichen, bewussten Konsum und ohne zusätzliche Kosten oder Aufwand die Welt positiv beeinflussen kann"

Glaubt ihr, dass ein solches Modell als Standard in der Wirtschaft Sinn machen würde?

Durchaus – sofern neben Rendite auch ein sozialer Zweck als Unternehmenszweck vorgesehen würde. Bis das Standard wird, vergeht sicher noch Zeit. Aber wir sehen, dass kommende Generationen als Kunden und Mitarbeiter zunehmende Ansprüche an das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen stellen – die Wirtschaft muss also umdenken, und das tut sie.

 

Ihr seid die erste Marke auf dem deutschen Markt die Flaschen aus Plastikmüll anbieten. Warum habt ihr euch dafür entscheiden? 

Mit unserem Schritt zu 100% Rezyklat wollten wir einen ersten Anstoß geben, damit auch andere Unternehmen in Deutschland in Zukunft ausschließlich wiederverwertetes Plastik verwenden. Ich denke, dass wir hier auf einem guten Weg sind: Es sind bereits ein paar Unternehmen zu uns aufgeschlossen, die ebenfalls auf Rezyklat umgestiegen sind.

 

Wieso tun sich die anderen noch schwer damit?

Rezyklat wird aus zwei Gründen so selten eingesetzt: Zunächst ist es billiger, neues Plastik zu produzieren als altes einzusammeln und wiederzuverwenden – das klingt verrückt, ist aber leider so. Zum anderen gibt es aktuell leider noch nicht so viel Rezyklat im Angebot, was unter Umständen auch damit zusammenhängt, dass die Nachfrage bisher noch nicht hoch genug gewesen ist. Das kann und soll sich in der Zukunft jedoch ändern.

  Aus alten Plastikflaschen wird recyceltes Material gewonnen (©Share)

Was könnte sich ändern, wenn alle PET-Hersteller mit recyceltem Plastik arbeiten würden?

Die Nachfrage nach Rezyklat würde steigen und somit auch das Angebot, was den ganzen Prozess wiederum kostengünstiger machen würde. So könnten wir eine unheimlich große Menge neues Plastik einsparen.

 

Neben share Wasser sind bei euch auch Seifen und Bio-Nussriegel im Angebot, bei deren Verkauf ein Stück Seife bzw. eine Mahlzeit gespendet werden. Plant ihr weitere Produkte?

Das 1+1-Prinzip lässt sich theoretisch auf alle Bereiche unseres Lebens anwenden. Das heißt, es ist möglich zum Beispiel eine soziale Alternative zum Handyvertrag oder der Kleidung anzubieten. Generell sind uns da keine Grenzen gesetzt, wenngleich es natürlich auch Produkte gibt, die wir mit share wohl nie machen werden: Alkohol und Tabakwaren beispielsweise.

 

Sind auch Produkte im Bildungsbereich geplant?

Tatsächlich denken wir gerade intensiv darüber nach, wie wir verstärkt Bildungsprojekte unterstützen können. Die bisherige Idee ist, dass es beispielsweise soziale Schreibwaren gibt, mit denen man Schulkinder mit Schulmaterialen unterstützt.

 

Share bei Schulz

Sei dabei und teile mit - share Wasser gibt es jetzt auch in unserem Inhouse-Café Martha im Schulz Hotel Berlin Wall. Und sonst? Leckeren Kuchen, Fairtrade-Kaffee, Sitzplätze und freies W-LAN!  

Wir freuen uns auf dich!

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